Fonds – Lasst euer Geld von Experten verwalten

Verfasst von:

Christian

Letztes Update:

29.08.2022

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Das Wichtigste in Kürze

      • Man spricht von einem Fonds, wenn viele Anleger ihr Geld einer Fondsgesellschaft überlassen, damit diese es gewinnbringend investieren kann.
      • Die Anleger erhalten ggf. jährliche Auszahlungen und profitieren von den erzielten Kurssteigerungen des Fonds. Im Gegenzug zahlen sie einen einmaligen Ausgabeaufschlag und jährliche Verwaltungskosten.
      • Die hohen Kapitalbestände von Fonds ermöglichen Investitionen in eine Vielzahl von Wertpapieren. Dadurch wird das Risiko gestreut.
      • Es gibt viele Arten von Fonds, die sich im Hinblick auf die erworbenen Wertpapiere, die Höhe der Renditen und die eingegangenen Risiken unterscheiden.
      • Um einen Fonds zu erwerben, benötigt man zunächst ein Depot. Vor dem Kauf eines Fonds gibt es einige wichtige Informationen, die man zurate ziehen sollte. Dazu gehören vor allem das Produktinformationsblatt und die wesentlichen Anlegerinformationen.

Was ist ein Fonds?

Bei einem Fonds handelt es sich um einen Geldmittelbestand. Nachdem das Geld von den Anlegern eingesammelt wurde, investiert der Fondsmanager das Kapital an den Finanzmärkten. Die Idee dahinter ist, dass viele Kleinanleger ihr Geld in einen großen Topf werfen. Der Fondsmanager, der über mehr Erfahrung verfügt, investiert dieses Geld nun und versucht für die Anleger Renditen zu erzielen. Im Gegenzug zahlt der Anleger eine einmalige Gebühr, die als Ausgabeaufschlag bezeichnet wird. Hinzu kommt eine jährliche Verwaltungsgebühr. Je nach Anbieter und Art des Fonds fallen diese Gebühren unterschiedlich hoch aus.

Das gesamte Kapital, das dem Fonds zur Verfügung steht, wird als Fondsvolumen bezeichnet. Es ist bei großen Fonds nicht unüblich, dass ihr Volumen mehrere Milliarden Euro umfasst. Der Fondsmanager investiert dieses Kapital in viele verschiedene Wertpapiere und kann dadurch das Risiko streuen. Neben den Erträgen durch Wertsteigerungen erhalten Anleger von ausschüttenden Fonds auch eine jährliche Dividende. Bei thesaurierenden Fonds hingegen werden die erzielten Erträge nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert.

 

Welche Arten von Fonds gibt es?

Aktienfonds

Aktienfonds investieren überwiegend in Aktien, also in Anteile eines börsennotierten Unternehmens. Durch die Investition in einen Aktienfonds kann man Anteile an weltbekannten Unternehmen wie Microsoft, Google oder Volkswagen, aber auch an weniger bekannten, dafür wachstumsstarken Firmen erwerben. Aktienfonds weisen zwar in der Regel hohe Wertschwankungen auf, bieten dafür aber hohe Gewinnaussichten. Diese Fonds sind vor allem für langfristige Investitionen geeignet, da kurzfristige Verluste somit über den Anlagezeitraum ausgeglichen werden können. Die Zielgruppe für Aktienfonds sind risikobewusste Anleger mit hohen Renditeerwartungen.

 

Rentenfonds

Ein Rentenfonds investiert überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen oder Anleihen von Unternehmen mit unterschiedlichen Zinssätzen und Laufzeiten. Rentenfonds sind wesentlich risikoärmer als Aktienfonds, erwirtschaften dafür aber auch niedrigere Renditen. Die Zielgruppe für Rentenfonds sind Anleger mit kurz- bis mittelfristigem Anlagehorizont, denen Sicherheit wichtiger als Rendite ist.

 

Mischfonds

Mischfonds kombinieren unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien und Rentenpapiere. Dadurch kann das Risiko breiter gestreut werden. Der Fondsmanager kann in guten Zeiten überwiegend in Aktien investieren und bei schlechten Marktverhältnissen auf sicherere Anleihen ausweichen. Das Mischungsverhältnis ist je nach Fonds entweder genau oder annähernd vorgegeben. Die Zielgruppe für Mischfonds sind Anleger, die die Chancen von unterschiedlichen Märkten und Anlageklassen nutzen wollen. Risiko und Rendite liegen in der Regel unterhalb von Aktienfonds und oberhalb von Rentenfonds.

 

Immobilienfonds

Ein offener Immobilienfonds legt das Geld in verschiedene Immobilien an, wie zum Beispiel Einkaufszentren oder Wohnimmobilien. Die Rendite eines Immobilienfonds ergibt sich aus den Mieteinnahmen und der Wertsteigerung der Immobilien. Offene Immobilienfonds streuen ihre Gelder auf viele Objekte und können jederzeit verkauft werden. Im Gegensatz dazu sind geschlossene Immobilienfonds nur an wenigen Immobilien beteiligt. Dadurch erhöht sich auch das Risiko. Geschlossene Immobilienfonds müssen zunächst zwei Jahre lang gehalten werden und können erst nach einem weiteren Jahr Wartezeit verkauft werden. Die Zielgruppe für Immobilienfonds sind Anleger, die moderate Risiken eingehen, um dafür konstant bleibende Renditen zu erhalten. Immobilienfonds bilden zudem eine gute Ergänzung für das eigene Portfolio, da sie häufig von Einbrüchen des Aktienmarktes oder Anleihenmarktes verschont bleiben. Es kann sich also lohnen, einen Teil seines Portfolios in Immobilienfonds zu investieren, um das Risiko breiter zu streuen.

 

Indexfonds

Indexfonds sind Fonds, die nicht aktiv, sondern passiv gemanagt werden. Sie werden auch als ETF – Exchange Traded Funds bezeichnet und versuchen einen Index möglichst genau abzubilden. Dazu hält sich der Fonds exakt an die Gewichtung, mit der einzelne Unternehmen am entsprechenden Index beteiligt sind. Da bei ETFs die Aufgaben des Fondsmanagers wie Analyse sowie Erwerb und Verkauf von Anteilen entfallen, sind die Kosten deutlich geringer. So gut wie jeder Index (Rohstoffe, Kryptowährungen, Aktien, Anleihen, …) kann durch ETFs abgebildet werden, wodurch die Zielgruppe für Indexfonds sehr groß ausfällt. Es gibt für fast jeden Anleger und seine individuellen Risiko- und Ertragsvorstellungen den passenden Indexfonds.

 

Hedgefonds

Hedgefonds sind aktiv verwaltete Investmentfonds, die alternative Finanzinstrumente wie Derivate, Leerverkäufe oder Hebelungen benutzen, um höchstmögliche Renditechancen bei höchstmöglichem Risiko anzubieten. Bei vielen der verwendeten Finanzinstrumenten erstreckt sich die Reichweite der Erträge von Totalverlusten bis hin zu Gewinnen im dreistelligen Prozentbereich. Daher weisen Hedgefonds häufig eine sehr hohe Volatilität auf. Die Zielgruppe von Hedgefonds sind Spekulanten, die auf sehr hohe Gewinne aus sind, dafür aber auch mit hohen Verlusten rechnen müssen.

 

Wie kann man in einen Fonds investieren?

Um Anteile an einem Fonds zu erwerben, benötigt man zunächst ein Depot bei einem Broker oder einer Bank. Anschließend kann man den gewünschten Fonds über den Namen, die deutsche Wertpapierkennnummer WKN oder die internationale Wertpapierkennnummer ISIN finden. Möchte man eine einmalige Summe investieren, sollte man zunächst prüfen, ob der Fonds eine Mindesteinlage voraussetzt. In der Praxis kommt dies jedoch nur sehr selten vor. Ein Fonds lässt sich auch anteilig erwerben, sodass man beispielsweise mit 300€ bei einem Fondskurs von 200€ insgesamt 1,5 Anteile kaufen kann. Möchte man monatlich sparen, sollte man vorher überprüfen, ob der Fonds sparplanfähig ist. Bei den meisten sparplanfähigen Fonds gibt es dann eine Mindestsumme, die monatlich angelegt werden muss. In der Regel liegt diese bei 25€ oder 50€. Anschließend sollte man einen Blick auf die wesentlichen Anlegerinformationen des Fonds werfen. Diese können zum Beispiel über Onvista abgerufen werden, indem man auf der Seite des Fonds weiter nach unten scrollt. Im Folgenden schauen wir uns beispielhaft die wesentlichen Anlegerinformationen eines Fonds an und zeigen euch, worauf ihr besonders achten solltet:

Im ersten Teil werden Informationen zu den Zielen des Fonds und der verfolgten Anlagestrategie präsentiert. Dabei wird auch darauf eingegangen, ob der Fonds ausschließlich in nationale oder auch in internationale Unternehmen investiert. Des Weiteren finden sich hier häufig Informationen zur Währung des Fonds und ob der Fonds Gewinne ausschüttet oder ob diese reinvestiert werden.

Im zweiten Teil erfolgt die Einordnung des Fonds innerhalb eines Risiko- und Ertragsprofils. Je höher die potenzielle Rendite auf der Skala ist, desto höher ist auch das Risiko, welches der Fonds eingeht. Sobald ein Fonds in Aktien investiert, liegt das potenzielle Risiko automatisch im oberen Bereich der Skala.

Im dritten Teil finden sich Informationen zu den einmaligen und laufenden Kosten des Fonds. Der Ausgabeaufschlag wird bei der Investition direkt vom Anlagebetrag abgezogen. Bei einem Ausgabeaufschlag von 5% und einem Investment in Höhe von 300€ erwirbt man beispielsweise Anteile im Wert von 285€. Die laufenden Kosten müssen nicht aktiv bezahlt werden, sondern werden jährlich automatisch vom Wert der gehaltenen Anteile abgezogen. Der ausgewiesene Ausgabeaufschlag stellt immer den Höchstbetrag dar. Manchmal fallen je nach Broker, bei dem man sein Depot eingerichtet hat, auch geringere Ausgabeaufschläge an, oder man muss teilweise gar keine Gebühren bezahlen. Dies ist ein Faktor, den man bei der Wahl des Brokers berücksichtigen sollte.

Im letzten Teil präsentiert der Fonds einen Ausschnitt seiner Wertentwicklung der letzten Jahre. Häufig wird auch die Entwicklung eines Vergleichsindex im selben Zeitraum gezeigt. Zwar ist die historische Wertentwicklung eines Fonds kein Indikator für die zukünftige Entwicklung, aber man kann durch die Betrachtung ein Gefühl dafür entwickeln, wie hoch die durchschnittlichen jährlichen Renditen ausfallen und wie hoch die Volatilität, also die Schwankung der Kursentwicklung, ist.

Abgesehen von den wesentlichen Anlegerinformationen gibt es noch weitere Kennzahlen, die wichtige Informationen zur Performance eines Fonds zum Ausdruck bringen. Zunächst sollte man sich das Rating des Fonds genauer ansehen. Ratingagenturen wie beispielsweise Morningstar geben häufig eine Sterne-Bewertung zu Fonds ab. Diese drückt aus, wie sich der Fonds im Vergleich zu anderen Fonds der gleichen Anlageklasse in den letzten Jahren entwickelt hat. Um abschätzen zu können, wie hoch eure jährlichen Dividenden ungefähr ausfallen werden, ist es ratsam, sich die Höhe der Ausschüttungen der letzten Jahre genauer anzusehen. Möchtet ihr beispielsweise 3000€ einmalig in einen Fonds anlegen, dessen Kurs gerade bei 300€ liegt und der in den letzten Jahren konstant 6€ pro Anteil ausgeschüttet hat, könnt ihr mit einer Dividende von circa 60€ (3000/300 * 6) rechnen.

Zu den wichtigsten Ratingagenturen für Fonds gehören Standard & Poor’s (S&P Fund Management Rating), Morningstar (Morningstar Rating), Scope Analysis GmbH (Scope Fondsportal) und Lipper (Lipper Leaders).

 

Welche Fonds sollte ich mir genauer anschauen?

Wenn ihr weitere Recherchen zum Thema Fonds anstellen wollt, solltet ihr euch einige der folgenden Beispiele für Fonds anschauen, die innerhalb ihrer Anlageklasse in den letzten Jahren eine überdurchschnittliche Performance aufgewiesen haben. Kopiert dazu einfach die WKN in das Suchfeld von Börsenseiten wie beispielsweise Onvista.

Aktienfonds (Deutschland): DWS Aktien Strategie Deutschland (WKN: 976986)

Aktienfonds (International – Nachhaltigkeit): Robeco Sust.Gl.Stars Eq.Fund (WKN: 970259)

Aktienfonds (USA): Ninety One GSF-American Franch.F.A USD (WKN: A0QYE7)

Aktienfonds (Europa): DPAM Invest B Equities Europe Sust.B EUR (WKN: A0JMBZ)

Rentenfonds (Europa): Deka-­­Nachh­­altig­­keit ­­Rente­­n – C­­F EUR­­ DIS (WKN: DK1A48)

Rentenfonds (International): Dodge & Cox W.Fd.plc Gl.Bd.USD Acc (WKN: A12D0P)

Mischfonds (Europa): Kapital Plus A (WKN: 847625)

Mischfonds (International): DWS Multi Opportunities – FC EUR ACC (WKN: 794814)

Immobilienfonds (Europa): Deka-Immobilien Europa (WKN: 980956)

 

Vorschläge zu interessanten Indexfonds, die in den letzten Jahren hohe Erträge bei geringeren Kosten generieren konnten, findet ihr in unserem Artikel zum Thema ETFs.

 

Welche Vor- und Nachteile bietet die Geldanlage in Fonds?

Vorteile:

  • Es gibt eine Vielzahl verschiedener Arten von Fonds, sodass man immer einen Fonds finden wird, der den individuellen Vorstellungen von Risiko und Rendite entspricht.
  • Fondsgesellschaften unterliegen in Deutschland strengen Transparenzregeln und müssen regelmäßig offenlegen, in welche Unternehmen sie investiert sind. So lassen sich zum Beispiel Fonds finden, die ausschließlich Anteile von nachhaltigen Unternehmen erwerben.
  • Ein Fonds bietet immer ein gewisses Maß an Sicherheit, da er in viele Unternehmen gleichzeitig investiert. Totalverluste sind daher (außer bei Hedgefonds) unwahrscheinlich.
  • Fonds repräsentieren eine einfache Form der Geldanlage. Dass macht sie für Einsteiger besonders attraktiv, da man lediglich einen Fonds auswählen und Geld einzahlen muss. Die Vermehrung eures Vermögens übernimmt anschließend der Fondsmanager.
  • Viele Fonds können monatlich bespart werden, sodass ein Investment auch bei geringen Anlagebeträgen möglich ist. So kann man schon früh mit der Geldanlage beginnen und dadurch länger von den Chancen der Finanzmärkte profitieren. Insbesondere im Bereich Altersvorsorge stellen Fonds daher eine hervorragende Geldanlage dar.
  • Aktienfonds und gemischte Fonds können deutlich höhere Renditen erzielen als klassische Sparanlagen.

Nachteile:

  • Fonds sind vergleichsweise teure Finanzinstrumente. Gerade in Relation zu passiven Indexfonds fallen die Gebühren der meisten Fonds recht hoch aus. Der Ausgabeaufschlag von Aktienfonds liegt häufig bei 5% und die laufenden jährlichen Kosten zwischen 1% und 2%. Dadurch sinkt die Rendite des Investments.
  • Trotz der höheren Kosten schaffen es nur die wenigsten aktiven Fonds, langfristig die Performance eines Index oder passiven Indexfonds zu übertreffen. Dies ist ein weiterer Grund für Anleger, die Interesse an Fonds haben, sich mit der Vorgehensweise und den Chancen von ETFs
  • Bei Fonds hat der Anleger kein Mitspracherecht. Der Fondsmanager entscheidet allein, welche Wertpapiere er kauft oder verkauft.

Teste dein Wissen in unserem Finanzdenker Quiz!

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Finanzdenker Quiz - Fonds

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Was ist ein Fonds?

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Der Zusatz thesaurierend bedeutet, …

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Aktienfonds richten sich an Investoren, die…

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Immobilienfonds…

5 / 8

Was ist ein Indexfonds, der abgekürzt auch als ETF bezeichnet wird?

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Hedgefonds…

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Was muss beachtet werden, wenn man einen Fonds kaufen möchte?

8 / 8

Der Ausgabeaufschlag bei Fonds…

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