Tagesgeld – Die einfachste Form der Geldanlage

Verfasst von:

Christian

Letztes Update:

22.08.2022

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Das Wichtigste in Kürze

      • Tagesgeldkonten sind verzinste Konten mit unbestimmter Laufzeit, die auf Guthabenbasis geführt werden und daher nicht überzogen werden können.
      • Ihr könnt bei einem Tagesgeldkonto jederzeit Ein- und Auszahlungen vornehmen. Für den Zahlungsverkehr ist das Konto jedoch nicht geeignet.
      • Um ein Tagesgeldkonto zu eröffnen, benötigt man lediglich einen Personalausweis oder Reisepass, sowie ein Girokonto, welches als Referenzkonto dient. Auch viele Onlinebanken bieten euch Tagesgeldkonten an.
      • Euer Guthaben auf dem Tagesgeldkonto ist kaum Risiken ausgesetzt und unterliegt bis zu einer Höhe von 100.000€ der gesetzlichen Einlagensicherung.
      • Aufgrund der geringen Leitzinsen liegen auch die Zinssätze fürs Tagesgeld derzeit nur knapp über 0%. Für die langfristige Geldanlage lohnt sich ein Tagesgeldkonto daher nicht.
      • Tagesgeldkonten eignen sich hervorragend als Verrechnungskonto für die Geldanlage oder um Geld für einen bestimmten Zweck zurückzulegen.

Was ist ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto ähnelt in seinen Merkmalen stark dem klassischen Girokonto. Es kann bei einer Bank eröffnet werden, hat keine festgelegte Laufzeit und man kann tägliche Ein- und Auszahlungen in beliebiger Höhe vornehmen. Außerdem unterliegt das Guthaben auf Tagesgeldkonten bei deutschen Kreditinstituten der gesetzlichen Einlagensicherung und ist damit bis zu einer Höhe von 100.000€ abgesichert.

Es gibt jedoch auch einige Unterschiede zu einem klassischen Bankkonto: Bei einem Tagesgeldkonto handelt es sich um ein reines Guthabenkonto, ihr könnt das Konto also nicht überziehen. Zudem ist es nicht für den allgemeinen Zahlungsverkehr vorgesehen, sondern ausschließlich für die Geldanlage. Ihr erhaltet Zinsen auf euer Guthaben, die euch entweder quartalsweise oder jährlich gutgeschrieben werden. Der Zinssatz ist dabei variabel und passt sich stetig der aktuellen Marktentwicklung an.

Ein Tagesgeldkonto wird auf Guthabenbasis geführt, sodass ihr nicht ins Minus geraten könnt.

 

Lohnt sich ein Tagesgeldkonto für die Geldanlage?

Aufgrund der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank liegen die Leitzinsen in Europa bereits seit vielen Jahren nur noch knapp über der 0%-Marke. Dies wirkt sich auch auf die Zinssätze von Sichteinlagen (z.B. Tagesgeldkonten), Termineinlagen (z.B. Festgeldkonten) und Spareinlagen (z.B. Sparbuch) aus. Erhalten die Banken kaum Zinsen oder müssen sogar dafür bezahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei den Zentralbanken anlegen wollen, bieten sie ihren Kunden auch nur geringe Zinssätze an. Die Zinsen von Tagesgeldkonten sind bereits seit einiger Zeit auf einem Tiefpunkt angelangt.

Wer beispielsweise 10.000€ auf einem Tagesgeldkonto einer deutschen Bank anlegen möchte, erhält derzeit (August 2022) maximal 0,05% Zinsen. Um einen höheren Zinssatz zu erhalten, muss man auf Angebote von Banken anderer Länder mit einer geringeren Landesbonität ausweichen, die zudem auch anderen Qualitätsstandards unterliegen. Hier sind dann Zinssätze bis zu 0,33% erzielbar. Für unser Beispiel wären das dann innerhalb eines Jahres 33€ an Zinsen. Dafür lohnt sich der ganze Aufwand kaum. Immerhin gibt es oft für Neukunden zusätzliche Aktionen, bei denen man für einen bestimmten Zeitraum einen höheren Zinssatz angeboten bekommt, oder sich bei Eröffnung eines Tagesgeldkontos bis zu 100€ Bonus sichern kann.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich Tagesgeldkonten für die Geldanlage derzeit aufgrund der niedrigen Zinsen nicht eignen. Wer dennoch sein Geld in dieser Form anlegen möchte, sollte bei der Wahl des Anbieters auf folgende Kriterien achten: Zunächst sollte die Währung des Tagesgeldkontos in Euro sein. Ist dies nicht der Fall, könnt ihr mit dem Tagesgeld sogar Verluste machen, falls der Wechselkurs sich ungünstig entwickeln sollte. Neben der Währung spielt auch die Bonität des Landes eine wichtige Rolle. Ihr solltet nur in Ländern euer Geld anlegen, die mindestens ein AA-Rating aufweisen, oder bestenfalls sogar ein AAA-Rating, wie beispielsweise Deutschland, Frankreich oder die Niederlande. Es gilt auch zu beachten, ob das Land dem europäischen Wirtschaftsraum angehört. Nur in solchen Ländern greift die gesetzliche Einlagensicherung.

Die Zinssätze von Tagesgeldkonten leiden unter dem geringen Leitzins.

 

Warum man trotzdem ein Tagesgeldkonto eröffnen sollte

Auch wenn sich ein Tagesgeldkonto für die langfristige Geldanlage nicht eignet, gibt es dennoch einige gute Gründe, die dafür sprechen, ein Tagesgeldkonto zu besitzen. Bei fast allen Anbietern ist die Eröffnung kostenlos und es fallen keinerlei Gebühren für den Betrieb des Kontos an. Häufig könnt ihr euch sogar eine Prämie sichern. Der Aufwand, um das Konto zu eröffnen, ist zudem vergleichsweise gering. Habt ihr bereits ein Girokonto bei einer Bank, kann das Konto problemlos beantragt werden. Wollt ihr bei einer neuen Bank ein Tagesgeldkonto eröffnen, benötigt ihr lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, um eure Identität zu bestätigen, sowie ein Girokonto, das als Referenzkonto gilt. Auch viele Onlinebanken bieten Tagesgeldkonten an. Hier erfolgt die Bestätigung eurer Identität mittels Postident- oder Videoident-Verfahren.

Inzwischen haben über 350 Banken Negativzinsen für zu hohe Guthaben auf Girokonten erhoben. Ihr solltet immer 2-3 Monatsgehälter auf dem Girokonto behalten, um Zahlungen tätigen zu können. Den Rest könnt ihr dann kurzfristig auf dem Tagesgeldkonto parken, um mögliche Strafzinsen zu umgehen. Dies hat noch einen weiteren Vorteil: Liegt das Geld auf dem Tagesgeldkonto und nicht auf dem Girokonto, gibt man automatisch weniger aus. Man kann das Tagesgeldkonto also perfekt dafür nutzen, um für einen bestimmten Zweck zu sparen und die Versuchung zu mindern, das Geld bereits vorher auszugeben.

Das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto bleibt täglich verfügbar. Es eignet sich also auch dafür, um Geld für Notfälle zurückzulegen. Auch wenn das Tagesgeldkonto für den Zahlungsverkehr nicht geeignet ist, kann es dennoch als Referenzkonto für eure monatlichen Sparpläne verwendet werden. Sowohl eure Ausgaben für Fonds- oder ETF-Sparpläne als auch eure Einnahmen wie Ausschüttungen oder Dividenden laufen dann über das Tagesgeldkonto. Ein Tagesgeldkonto unterstützt euch also dabei, einen besseren Überblick über eure Geldanlagen zu behalten.

Mit einem Tagesgeldkonto könnt ihr eure Finanzen besser organisieren und behaltet den Überblick über eure Geldanlagen.

 

Fazit: Vor- und Nachteile des Tagesgeldkontos

Vorteile:

  • Tagesgeldkonten bieten hohe Flexibilität, da jederzeit Ein- und Auszahlungen möglich sind.
  • Tagesgeldkonten sind risikoarm. Das Guthaben auf Tagesgeldkonten innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums unterliegt zudem der gesetzlichen Einlagensicherung.
  • Es fallen bei Einrichtung und Unterhalt des Kontos keine Kosten an und die Eröffnung erfolgt schnell und unkompliziert.
  • Tagesgeldkonten eignen sich hervorragend als Verrechnungskonto für die Geldanlage oder um Geld für einen bestimmten Zweck zurückzulegen.
  • Für Neukunden gibt es häufig besondere Konditionen oder einen Eröffnungsbonus.
  • Tagesgeldkonten sind reine Guthabenkonten. Es besteht also keine Gefahr, das Konto aus Versehen zu überziehen.

Nachteile:

  • Die Zinsen auf Tagesgeldkonten liegen derzeit nur minimal über 0%. Für die langfristige Geldanlage und die Vermehrung des eigenen Vermögens eignen sich Tagesgeldkonten daher nicht.
  • Tagesgeldkonten können nicht für den Zahlungsverkehr verwendet werden.
  • Ihr verpasst Renditechancen, wenn ihr hohe Summen lange auf einem Tagesgeldkonto hinterlegt, anstatt dieses gewinnbringend an den Finanzmärkten in Aktien, Fonds oder ETFs zu investieren.

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Finanzdenker Quiz - Tagesgeld

1 / 5

Was ist ein Tagesgeldkonto?

2 / 5

Die gesetzliche Einlagensicherung…

3 / 5

Der Zinssatz auf Tagesgeldkonten…

4 / 5

Tagesgeldkonten lohnen sich für die Geldanlage…

5 / 5

Auch wenn die Zinsen auf Tagesgeldkonten derzeit niedrig sind…

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